Die Deutsch-Finnische Gesellschaft ist der größte Auslandsverein in Deutschland mit über 7.000 Mitgliedern. Unser Landesverein Berlin-Brandenburg ist ein Teil davon. Leider gehen die Mitgliederzahlen Bundesweit zurück. Dies hat viele Ursachen. Eine davon ist der Altersdurchschnitt, der zur Folge hat, dass immer mehr Mitgliedschaften durch das Versterben von Mitgliedern enden. Bei Familienmitgliedschaften zieht das meist auch den Austritt des hinterbliebenen Familienmitgliedes zur Folge. Ein weiterer Grund ist die wirtschaftliche Lage, die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Da werden die jährlichen Ausgaben aufgelistet und hinterfragt, worauf man verzichten und dadurch Geld sparen kann. Auch hierdurch wurden einige zum Austritt bewogen. Als letzten Grund möchte ich anführen, dass besonders jungen Menschen so ein Verein etwas bieten muss. Die Angebote müssen attraktiv sein! Informationen, Konzerte, Lesungen, Reisen, all das ist leicht im Internet zu finden und ohne Vereinsbindung zu konsumieren. Aber oft sind es gerade die Vereine, die diese Dinge anbieten. Und das geht nur unter 2 Voraussetzungen: Sie brauchen die finanziellen Mittel, um Veranstaltungen zu organisieren, Künstler und Räume zu bezahlen. Neben Spenden und einzelnen Fördergeldern sind es die Vereinsbeiträge der Mitglieder, die einen Verein finanziell tragen. Die andere Voraussetzung sind die Menschen, die überwiegend im Ehrenamt, also unentgeltlich und neben Job und Familie in ihrer Freizeit alles planen, Ideen sammeln, Künstler und Locations buchen, sich um die Veranstaltungen kümmern mit den vielen Kleinigkeiten wie Werbung, Künstlerbetreuung, Suche nach Veranstaltungsräumen und deren Ausstattung und Ausgestaltung, Einlass, Buffets vorbereiten, Finanzpläne erstellen, Webseiten mit Texten und Veranstaltungskalendern füllen…
All diese Arbeiten machen Spaß und Freude, werden gern und von Herzen erledigt, allerdings leider nur von sehr wenigen. Meist sind es die Vorstände, die viele Stunden im Jahr das Vereinsleben gestalten und am Laufen halten. So ist es auch bei uns. Katariina kümmert sich als Kulturreferentin um alle Konzerte. Sie fährt dafür zur Kulturtagung nach Helsinki, sucht dort mit den Kulturreferenten der anderen Landesvereine die Künstler aus, bereitet deren Tourneen vor, holt sie vom Flughafen ab, kümmert sich um die Unterbringung und Verpflegung, um Anmeldungen und Genehmigungen bis hin zur Betreuung bei den Konzerten. Für die Konzertbesucher sind diese ganzen Dinge nicht sichtbar.
Friedhelm kümmert sich seit Jahren um Redaktion, Layout und Herstellung des Nordlichtheftes. Da steckt je Heft mindestens eine volle 40-Stunden-Woche an Arbeit drin. Maija, Kirstin und ich machen den bereits oben erwähnten „Rest“, also alle anderen Veranstaltungen, Schüleraustausch, Finanzen, Sitzungen, Protokolle. Gesondert erwähnen möchte ich dabei die Vorbereitung der jährlichen Tombola für den Weihnachtsbasar des Finnlandzentrums, mit dem wir zusammenarbeiten und das wir unterstützen. Es müssen viele Preise gesammelt werden aus privaten Spenden und solchen von Firmen und DFG-Partnern. Hierfür gibt es viele Regeln und Vorgaben, die eingehalten und angemeldet und nachgewiesen werden müssen. Dann geht es ans Verpacken und Basteln der Lose usw.
All das zehrt neben der Freude ganz schön an den Kräften. Ich habe für mich feststellen müssen, dass ich trotz meiner „jugendlichen“ 53 an einer Grenze angelangt bin, ich nicht überschreiten kann. Beruf und Familie fordern mehr denn je meine vollen Kräfte und machen ehrenamtliche Tätigkeit immer weniger möglich. Die Prioritäten haben sich zu Ungunsten meiner nebenberuflichen Tätigkeiten verschoben, so dass ich bei den nächsten Wahlen im Frühjahr 2025 nicht mehr für den Vorstand kandidieren kann. Maija und Katariina haben ebenfalls angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen für die nächste Wahlperiode nicht noch einmal anzutreten. Ähnlich wie mir geht es Kirstin.
Ich bitte daher jeden Leser, jedes Mitglied darum, sich einmal persönlich mit der Frage auseinander zu setzen, ob eine Mitarbeit im Vorstand oder auch der Vorsitz eine spannende, interessante und mögliche neue Aufgabe wäre, um den Verein weiter voran zu bringen und unsere Arbeit fortzuführen. Wir brauchen euch! Insbesondere sind auch Mitglieder mit IT-Kenntnissen gefragt, damit wir endlich wieder eine funktionierende Webseite haben. Also zögert nicht, euch an uns zu wenden. Wir stehen euch mit Rat und Expertise jederzeit zur Verfügung!
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