Am Anfang war ein Reisebüro mit dem Namen Finnland-Informationen in der Mommsenstrasse in der Nähe vom Ku’damm, das von Nikolai ”Kolja” Weyner, geführt wurde. Er war ein wahrer Finnland-Freund und wollte alle an Finnland Interessierten bedienen. Zuerst hat er Reisen organisiert, aber als in den 1960er Jahren immer mehr Finninnen und Finnen nach West-Berlin übersiedelten, gründete Weyner zusammen mit ihnen den Finnischen Klub, dessen Vorsitzender er jahrelang war. Als ein „Halbfinne“, d.h. in Wyborg geboren und finnisch sprechend, wusste er, dass Finn*innen auch die Möglichkeit haben sollten, sich unter einander zu treffen. Sein Reisebüro wurde ein wichtiger Stützpunkt für die Finn*innen und für alle an Finnland Interessierten. Sogar eine finnische Bibliothek gab es dort und Weyners Frau Klara hat den Gästen unermüdlich Kaffee gekocht!
Als Klaras Kaffeekanne zu klein wurde und die Finn*innen eigene Räumlichkeiten in der Schlüterstrasse bekamen, hat Weyner alle Finnlandfreunde zusammengerufen und am 30. März 1973 wurde die DFG Berlin e.V. gegründet. Weyner wurde zu dessen Vorsitzenden gewählt und zum zweiten Vorsitzenden hat man Hans-Joachim Henseler gewählt, der mit der Finnin Aila verheiratet war. Anwesend bei der Gründungsversammlung war auch der spätere zweite Vorsitzende Uwe Schulz mit seiner Frau Ritva.
So wie einige langjährige Mitglieder wissen, gehen die Wurzeln der DFG eigentlich weiter zurück. Das Jahr 1973 ist aber der Anfang der Vereinstätigkeit in der heutigen Form, als ein Landesverein der bundesweiten DFG. Nikolai Weyner hat 10 Jahre lang den Verein geleitet und sein langjähriges Engagement sowie dasjenige von vielen Anderen ist ein Grund für den Erfolg des Vereins. Die DFG ist auch seit 1985 einer der kollektiven Träger des Finnland-Zentrums zusammen mit der Finnischen Gemeinde und der Finnischen Sprachschule.
Auch in dem Ostteil von Berlin gab es schon vor der Wende auf Finnland bezogene Aktivitäten. Schon einige Jahre vor dem Mauerfall 1989 hatte man die Vereinigung der Freunde Finnlands gegründet, deren meisten Mitglieder sich in Ost-Berlin befanden. Nach der Wende hat der Bundesvorstand der DFG unter der Leitung des damaligen Bundesvorsitzenden Asmus Link es für wichtig erachtet, Kontakt zu den an Finnland Interessierten in den neuen Bundesländern zuknüpfen und zu diesem Zweck hat man 1993 sogar die Bundeshauptversammlung in Berlin organisiert. Im Roten Rathaus hat man dann Jouko Menger, der auch Mitglied in der Vereinigung der Freunde Finnlands war, zum zweiten Bundesvorsitzenden gewählt, um damit den Weg für gute Zusammenarbeit zu ebnen; allen Mitwirkenden dieser Vereinigung wurde angeboten, bei den schon vorhandenen DFG-Gruppen Mitglied zu werden.
Als die DFG Berlin 25 Jahre alt geworden war hat man den neuen Landesverein Berlin-Brandenburg ins Leben gerufen, um bessere Rahmenbedingungen für die vielen Aktivitäten innerhalb von Brandenburg zu schaffen. In diesem Jahr hat die DFG ihren sein runden Geburtstag zusammen mit der damals 15-jährigen Volkstanzgruppe Kopukkaporukka und der 20-jährigen finnischen Sprachschule in der Kochstrasse am Checkpoint Charlie gefeiert. Aus dem „Jubiläums-Festball“ im Casino der IDEAL-Versicherungen gibt es ein Foto, wo Varpu Seper, die Leiterin der Kopukkaporukka und Jürgen Klapper, der Vorsitzende der DFG, die Rede von der Vorsitzenden der Sprachschule, Tarja Bergmann, verfolge. Zum Programmhöhepunkt zählten u.a. ein Auftritt von Mikael Merenmies mit seiner „Damenriege“, d.h. Finninen sowie Kopukkaporukka, und als das deftige Buffet schnell aufgegessen war, ging der Abend weiter mit Tanzen, wie das langjährige DFG-Mitglied Pirjo-Liisa Neumann damals in den DFG-Landesnachrichten berichtete.
Trotz seiner schon vielfältigen Geschichte scheint der Verein nicht zu alt für Veränderungen zu sein, nimmt dabei aber auch Rücksicht auf die Vergangenheit. Im Jahr 2013 haben wir das 40-jährige Bestehen des Vereins unter der Leitung von Wilfried Gradhandt gefeiert, der damals sogar die Gründungsakte aus dem Jahr 1973 beim Amtsgerícht Charlottenburg ausfindig gemacht und vorgestellt hat. Als seine Nachfolge 2018 gewählt wurde, traf die Wahl zum ersten Mal eine Frau, Maija Nikkilä-Krauthahn, und 2022 wurde dann zum ersten Mal jemand aus Potsdam, Alexander Richter, zum Vorsitzenden gewählt.
Um die Liste der DFG-Vorsitzenden vollständig zu machen, hier noch die weiteren bis jetzt unerwähnten: Kurt Scheel, Detlev Wangnet, Hans Peter Schleußing und Dietrich Köhnke
Es gibt also für die DFG neben der runden Geburtstage auch viele weitere Gründe zu feiern, also herzlichen Glückwunsch der 50-jährigen!
Kontakt
DFG-Mitglied
Katriina Lehto-Bleckert